Deutschland: Nachrichtendienste schalten sich offenbar bei Cyberangriffen auf Supermärkte ein
Deutsche Nachrichtendienste ermitteln zu Cyberangriffen auf Kühlsysteme europäischer Supermärkte. Das BfV und das GAZ Hybrid befassen sich mit den Vorfällen, die auf ausgenutzte Schwachstellen hindeuten.
Nach den Cyberangriffen auf Kühlsysteme europäischer Supermärkte haben sich deutsche Nachrichtendienste eingeschaltet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) teilte dem "Handelsblatt" mit, die Vorfälle seien Gegenstand aktueller nachrichtendienstlicher Ermittlungen. Auch das Gemeinsame Zentrum zur Bekämpfung hybrider Bedrohungen (GAZ Hybrid), in dem Verfassungsschutz, Bundesnachrichtendienst (BND) und Militärischer Abschirmdienst (MAD) zusammenarbeiten,
befasst sich mit dem Thema.In mehreren europäischen Ländern wurden Cyberangriffe auf Gefrier- und Kühlanlagen in Supermärkten gemeldet, darunter Schweden, Belgien, Estland, Finnland, Luxemburg, Italien, Irland, die Niederlande und Portugal. Auch in Deutschland kam es in einzelnen Lebensmittelmärkten zu Störungen. Bereits vor drei Wochen hatte es einen massiven Cyberangriff auf Kühlanlagen französischer Supermärkte gegeben.Die bisherigen Erkenntnisse deuten laut
Verfassungsschutz auf die Ausnutzung bekannter Schwachstellen der betroffenen Steuerungssysteme hin. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, die Manipulation von Steuerungssystemen mit dem Ziel, Waren zu zerstören, sei ein ernst zu nehmender Vorfall. Ob ausländische Geheimdienste hinter den Attacken stehen, ist ungeklärt; es lägen keine Erkenntnisse vor, die eine eindeutige Zuordnung zu einem spezifischen Akteur oder einer staatlichen Stelle zulassen würden.





