Deep Read: Die Krankheit, die Millionen Menschen vom Leben ausschließt
Kathi erkrankte 2022 an ME/CFS und war am Ende vollständig pflegebedürftig. Am 3. März 2026 beendete sie mit 30 Jahren ihr Leben durch assistierten Suizid.
Als Kathi (27) im Spätsommer 2022 an einer Infektion erkrankte, ging sie davon aus, dass diese bald vorüber sein würde. Doch über die folgenden Jahre verschlechterte sich ihr Zustand so dramatisch, dass sie am Ende nur noch in einem abgedunkelten Zimmer liegen konnte. Licht und Geräusche lösten unerträgliche Schmerzen aus, mit ihrer Mutter verständigte sie sich nur noch, indem sie Buchstaben in deren Hand zeichnete.
Die junge Kölnerin war vollständig pflegebedürftig.Kathi litt an Myalgischer Enzephalomyelitis, besser bekannt als ME/CFS. Die schwere chronische Erkrankung tritt häufig nach Infektionen auf, etwa mit Grippeviren, dem Corona- oder Epstein-Barr-Virus. Sie kann den Körper so stark schwächen, dass schon geringste Anstrengungen den Zustand drastisch verschlechtern und Betroffene dauerhaft ans Bett fesseln. Am 3. März 2026 beendete Kathi ihr Leben durch assistierten Suizid.
Sie war 30 Jahre alt.„Fuck“ lautete ihr letztes Wort, bevor sie den Hebel für die Infusion betätigte, die ihren eigenen Tod einleitete. In Deutschland sind rund 650.000 Menschen von ME/CFS betroffen, mehr als die Hälfte bleibt arbeitsunfähig. Mit der Dunkelziffer könnten bis zu 1,5 Millionen Menschen betroffen sein. Laut Experten trifft die Krankheit häufig junge, sportliche, ehrgeizige Menschen mitten im Berufsleben, Frauen etwa viermal häufiger als Männer.





