Fürth und Kempten: Ermittler suchen in Cold-Case-Fall zweier Mädchen nach weiteren möglichen Opfern
Die Polizei sucht im Cold-Case-Fall der getöteten Mädchen Marion Baier (Fürth, 1973) und Sonja Hurler (Kempten, 1981) nach weiteren möglichen Opfern. Eine DNA-Analyse legt nahe, dass es sich um denselben Täter handelt.
Marion Baier und Sonja Hurler wurden vor Jahrzehnten nach einem Dorffest Opfer tödlicher Sexualverbrechen – Baier 1973 in Fürth, Hurler 1981 in Kempten. Die Täter sind bis heute unbekannt. Die bayerische Polizei hat für beide Fälle Internetseiten mit Zeugenaufrufen eingerichtet. Eine DNA-Analyse legt nahe, dass derselbe Täter hinter beiden Taten steckt. Nun prüfen Profiler der Operativen Fallanalyse (OFA) beim Polizeipräsidium München, ob der Unbekannte weitere Menschen
getötet hat.Laut Kriminalhauptkommissar Dirk Schinke sei die Wahrscheinlichkeit dafür gegeben. Man überprüfe mehr als 40 Tötungs- und Sexualdelikte deutschlandweit, von Karlsruhe über Düsseldorf bis Schleswig-Holstein. Zwischen den Tatorten lagen 250 Kilometer und acht Jahre. Arbeiten könne man nur mit Fällen, in denen noch Asservate wie Tatwaffe oder Kleidung für DNA-Spuren vorliegen oder die andere konkrete Ansätze bieten.
»So arbeiten wir uns von Fall zu Fall«, so Schinke.Trotz der verstrichenen Jahrzehnte sieht Schinke eine gute Chance, dass der Täter noch lebt, da er damals ebenfalls jung war. »Mit einem erwachsenen Mann wäre Marion nicht mitgegangen«, sagt er, weshalb ein Bekannter möglich erscheine; bei Hurler gelte diese Annahme nicht. Beide Mädchen seien zufällig Opfer geworden, als sie nachts allein unterwegs waren. »In den Taten ist Zufall und Spontaneität drin«, sagte der seit 26 Jahren bei der OFA tätige Profiler.





