Welche Folgen die US-Midterms für die deutsche Wirtschaft haben
Der Machtwechsel im US-Kongress könnte deutschen Unternehmen mehr Planbarkeit bringen. Ökonomen befürchten jedoch, dass der Zollstreit fortbesteht und Trump außenpolitisch neue Risiken schafft.
Die USA bleiben für deutsche Unternehmen der wichtigste Exportmarkt, doch die Handelsbeziehungen sind angespannt. Das Exportvolumen in die USA ging im ersten Halbjahr um gut sechs Prozent zurück, im ersten Quartal sogar um zwölf Prozent. Ökonomen sehen darin eine Folge der Handelspolitik von Präsident Donald Trump, der seit seiner Wiederwahl immer wieder neue Zölle verhängt hat.Rund die Hälfte der deutschen Unternehmen vor Ort betrachtet die dortige Wirtschaftspolitik laut DIHK als größtes Geschäftsrisiko.
Der Sieg der Demokraten bei den Midterms weckt Hoffnungen auf mehr Verlässlichkeit und Kontinuität. Für deutsche Unternehmen ist die politische Lage berechenbarer geworden, da sich Präsident und Kongress nun gegenseitig blockieren können. Der DAX erreichte kurzzeitig ein neues Allzeithoch, auch wenn Analysten dies als Vertrauensvorschuss werten.Volkswirte rechnen jedoch damit, dass der Zollstreit
mit den USA anhält, da Trump versuchen dürfte, den Kongress per Präsidialdekret zu umgehen. Carsten Brzeski von der ING Bank erwartet neue Handelsspannungen, da Trump innenpolitisch blockiert sei und über Außen- und Handelspolitik Aufmerksamkeit suchen werde. Jörg Krämer von der Commerzbank hält auch neue Angriffe auf den Iran für möglich, was den Ölpreis belasten könnte. Andererseits könnten die Demokraten auf Deeskalation im Nahen Osten hinwirken.





