Chip im Kopf: Wenn Computer Gedanken verstehen lernen
Gehirnchips ermöglichen gelähmten Menschen, Computer mit Gedanken zu steuern. Forscher sehen neue Therapien, Ethiker warnen vor Risiken für die Privatsphäre.
Was einst Science-Fiction war, ist Realität geworden: Implantate im Gehirn helfen gelähmten Menschen, Geräte allein mit Gedanken zu steuern. Der 26-jährige Michael Mehringer, seit einem Motorradunfall vom Hals abwärts gelähmt, nahm an einer Studie der TU München teil. Ihm wurden Elektrodenchips in den motorischen Kortex implantiert. Über einen USB-Adapter am Hinterkopf werden die Signale von 256 Mikroelektroden an einen
Computer übertragen.Eine KI entschlüsselt die Nervenimpulse und lernt, Michaels Absichten vorherzusagen. Nach monatelangem Training kann er einen Cursor und eine virtuelle Hand bewegen. „Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe“, sagt er. Sein Traum: mehr Selbstständigkeit und Entlastung seiner Eltern. Die Technologie entwickelt sich rasant. Die Freiburger Firma CorTec hat ein Implantat entwickelt, das nicht nur Signale
ausliest, sondern auch ins Gehirn sendet, um Nervenzellen zu stimulieren.In den USA konnte ein Schlaganfallpatient seinen gelähmten Arm wieder bewegen. Elon Musks Firma Neuralink plant langfristig Massenproduktion, hat aber noch keine Zulassung. Ein chinesisches BCI ist bereits für kommerzielle Nutzung zugelassen. Neurologen führen den Fortschritt vor allem auf KI zurück, die immer besser Muster aus Hirndaten extrahiert.





