Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung in Deutschland
In Deutschland sind 2,76 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss – fast jeder Fünfte. Gleichzeitig finden Unternehmen keine Fachkräfte, und die Ausbildungschancen verschlechtern sich weiter.
Laut dem Berufsbildungsbericht 2026 haben 2,76 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss – nahezu jeder Fünfte in dieser Altersgruppe. Die Bundesagentur für Arbeit schlägt Alarm: Nur 179.000 Bewerber fanden eine Ausbildungsstelle, 12.000 weniger als im Vorjahr und der geringste Anteil seit der Wiedervereinigung. Jan Krüger vom DGB warnt, diese jungen Menschen stünden schon vor Beginn ihres Erwerbslebens auf dem Abstellgleis, mit deutlich höherem
Risiko für Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung.Als Gründe nennt das Bundesinstitut für Berufsbildung eine zurückhaltende Ausbildungsbereitschaft der Betriebe wegen der Wirtschaftslage und eine schlechte Passung zwischen Angebot und Nachfrage. Hinzu kommen hohe Mieten: In Ballungsgebieten kostet ein WG-Zimmer oft über 700 Euro, sodass Jugendliche ohne elterliche Unterstützung kaum eine Unterkunft finden. Einrichtungen wie das Kolping Jugendwohnen in Frankfurt bieten Azubis
bezahlbaren Wohnraum mit sozialpädagogischer Hilfe, etwa Nachhilfe oder Vermittlung bei Konflikten mit Ausbildern.Gute Beispiele zeigen Lösungen: Am Katholischen Klinikum in Bochum absolviert die alleinerziehende Mutter Sara Krämer eine Teilzeitausbildung zur Pflegefachfrau, die vier statt drei Jahre dauert, aber reduzierte Wochenstunden ermöglicht. Pflegepädagogin Bettina Lenk nennt das eine Win-Win-Situation, da dem Arbeitsmarkt sonst wertvolle Mitarbeitende verloren gingen.





