80 Jahre Lucky Luke: Ein Cowboy im Wandel der Zeit
Lucky Luke wird 80 und bleibt kein Held von gestern: Autor Jul lässt den Cowboy im neuen Band «Heiliger Lucky» gegen Rassismus und Tierquälerei kämpfen und spielt mit religiösen Kulten und Star-Hype.
Lucky Luke soll kein Comic-Held von gestern sein. Autor Jul lässt den Cowboy deshalb gegen Rassismus und Tierquälerei kämpfen. Der neue Band zum 80. Geburtstag spielt mit religiösen Kulten und dem Hype um große Stars. Im Album «Heiliger Lucky» wird der «lonesome cowboy» für die Einwohner der Orte «Faith» und «Beliefs Junction» sogar zum Messias, weil er mit Tieren reden kann, schneller schießt als sein Schatten und sie vor einer Heuschreckenplage bewahrt.Prompt bilden sich Glaubensgemeinschaften, die den «Lukismus» verbreiten.
Zuvor trifft der Cowboy auf einen Verschwörungstheoretiker, der glaubt, die Erde sei eine Scheibe. Ein Reverend hat seinen Messias gefunden und begründet den «Lukismus», während der legendäre Cowboy von seiner neuen Rolle wenig begeistert ist. Unübersehbar sind die Bezüge zwischen dem Wilden Westen und dem Hier und Jetzt: Jul spielt mit religiösen Kulten und dem Fandom großer Medienstars.Eine Heuschreckenplage gab es 1874 in Kansas
wirklich, und die neu installierte Telegrafie steht im übertragenen Sinne für das Internet. «Nicht zu fassen, wie viel Unsinn durchs Netz ins Haus kommt», erklärt Apotheker Colson Creed dem erstaunten Lucky Luke. Für Jul, der seit 2016 für die Geschichten verantwortlich ist, eine zeitgemäße Art, Lucky-Luke-Abenteuer zu schreiben. Natürlich könne man auch einfach lustige Geschichten schreiben, sagt der Autor. «Die würde sich super verkaufen, aber das ist nicht ausreichend für mich.





