Wie der Aktienkauf rund um die Uhr funktionieren soll
Die Deutsche Börse ermöglicht ab sofort über ihre Tochterplattform 360X den Rund-um-die-Uhr-Handel mit DAX-Aktien. Allerdings fehlen noch Banken, die Privatkunden den Zugang anbieten, und der Handel funktioniert anders als über XETRA.
Die Deutsche Börse in Frankfurt hat angekündigt, dass über ihre Tochterplattform 360X ab sofort die Aktien der 40 DAX-Unternehmen rund um die Uhr gehandelt werden können – also auch nachts und am Wochenende. Bisher endet der reguläre Handel über XETRA um 17.30 Uhr, der erweiterte Handel um 22 Uhr; danach müssen Orders bis zum nächsten Handelstag warten. Auf 360X können echte, nicht tokenisierte Papiere von Unternehmen wie SAP, Siemens oder Airbus gehandelt
werden.Allerdings ist 360X keine Börse im rechtlichen Sinne, unterliegt aber der Aufsicht der Bafin und etwas weniger strengen Auflagen, wie Jochen Stanzl von der Consorsbank erklärt. Der Handelsmechanismus unterscheidet sich grundlegend von XETRA: Während dort tagsüber über das Orderbuch laufend Preise ermittelt werden, funktioniert 360X nach dem Prinzip Request for Quote. Wer nachts kaufen möchte, sendet ein Kaufangebot und wartet auf Gegenangebote, die er annehmen
oder ablehnen kann.Kommt keine Einigung zustande, wird kein Geschäft abgeschlossen. Ein wichtiger Nachteil: Es gibt keinen fortlaufenden XETRA-Kurs als Referenz, sodass der tatsächliche Preis nachts deutlich abweichen kann. Zudem sind die Preisspannen größer, weil weniger Marktteilnehmer aktiv sind und Händler ihr Risiko weitergeben. Trotz des Starts müssen Anleger sich noch gedulden: Bisher bietet keine Bank Privatpersonen den Rund-um-die-Uhr-Handel über 360X an.





