TikTok gefährdet seine Nutzer – EU-Kommission verlangt Änderungen an »schädlichem« Algorithmus
Die EU-Kommission sieht TikTok-Algorithmen als Gefahr für die psychische Gesundheit und fordert Änderungen an der »Für Dich«-Seite. Ohne Anpassung droht ByteDance eine Strafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission gefährdet TikTok mit seinen Video-Empfehlungen die Nutzerinnen und Nutzer. Der Algorithmus zeige selbst schutzbedürftigen Personen einen endlosen Strom personalisierter Videos, der psychische Probleme verstärken könne. Die Behörde wies das Unternehmen ByteDance am Freitag an, die »schädliche« Funktionsweise der App zu ändern, um die psychische Gesundheit zu schützen.
Andernfalls droht eine Strafe von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.Im Zentrum steht die »For You-Page«, die schnell Inhalte anzeigen soll, die Nutzer interessieren. Die Kommission befürchtet sogenannte Rabbit-Hole-Effekte: Man verliert sich so tief in einem Thema, dass man nicht mehr herausfindet. Der Algorithmus werte Ansehen und Liken als Interesse und spiele danach mehr ähnliche, teils extreme Inhalte aus. Das könne schädlich sein, wenn es endlos um Traurigkeit, Einsamkeit oder
Körperbild gehe.Wer in ein solches Rabbit Hole falle, könne unter verstärkter Traurigkeit, Angststörungen, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und geringerem Selbstwertgefühl leiden; Essstörungen und psychische Krankheiten könnten sich verschlimmern. Brüssel hatte TikTok bereits im Juli und Februar zu Änderungen aufgefordert. Zwar reagierte das Unternehmen, doch die Anpassungen reichten nicht aus. Die Option »nicht interessiert« ändere wenig am Algorithmus.





