RNA-Medizin: Was kommt nach der Corona-Impfung?
Die RNA-Medizin wurde durch die Corona-Impfstoffe bekannt und könnte künftig auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, seltenen Krankheiten oder Krebs eingesetzt werden. Die Leopoldina analysiert Chancen und politische Rahmenbedingungen.
Die RNA-basierte Medizin wurde vor allem durch die mRNA-Impfstoffe während der Corona-Pandemie bekannt. Forscher sehen jedoch ein weit größeres Potenzial: Künftig könnten solche Therapien auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, seltenen Krankheiten oder Krebs zum Einsatz kommen. Bereits rund ein Dutzend RNA-Medikamente sind in der EU zugelassen, weitere befinden sich in Entwicklung, etwa zur Behandlung von Tumoren oder Herzkrankheiten.Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
hat in einer neuen Stellungnahme analysiert, welche Chancen die Technologie bietet und welche politischen Rahmenbedingungen nötig sind. RNA-Medikamente liefern eine Bauanleitung, sodass die Zelle vorübergehend ein gewünschtes Protein herstellt, oder sie bremsen die Produktion krankheitsrelevanter Proteine. Ein Beispiel ist Inclisiran, ein zugelassener Wirkstoff gegen zu hohe LDL-Cholesterinwerte. Bei anderen Krankheiten steht die Forschung noch am Anfang, etwa bei einem
RNA-Wirkstoff gegen Herzschwäche.Auch bei Krebs gibt es Fortschritte: Beim schwarzen Hautkrebs sank in einer Studie mit personalisierter mRNA-Impfung das Rückfallrisiko um 42 Prozent. Bei seltenen Krankheiten wie der Duchenne-Muskeldystrophie können RNA-Wirkstoffe die fehlerhafte RNA so verändern, dass wieder ein funktionsfähiges Protein entsteht. Eine zentrale Herausforderung ist der Transport der RNA im Körper, da sie instabil ist und nicht automatisch die richtigen Zellen erreicht.





