Mobilfunk-Resilienz nach Blackout: 72-Stunden-Puffer kostet Milliarden
Nach dem Berliner Blackout fordert eine Expertenkommission 72 Stunden Notstrompufferung an Mobilfunkstandorten. Eine Studie zeigt: Das würde jährlich mehrere Milliarden Euro kosten und stößt an technische Grenzen.
Nach dem tagelangen Stromausfall im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Januar, ausgelöst durch einen Brand auf einer Kabelbrücke, verlangte die Expertenkommission des Senats eine flächendeckende Notstrompufferung an Mobilfunkstandorten für 72 Stunden. Eine von 450connect in Auftrag gegebene Studie von WIK-Consult zeigt nun erhebliche wirtschaftliche und technische Hürden.Eine solche dreitägige Batterieabsicherung der Funkzugangsnetze
der drei etablierten Betreiber würde jährlich mehrere Milliarden Euro kosten. Öffentliche Mobilfunknetze seien weder architektonisch noch wirtschaftlich für solche Krisenszenarien ausgelegt, heißt es. Bereits heute sind die Netze bei großflächigen Stromausfällen anfällig. Beim Berliner Blackout waren im Januar 2026 rund 100 Mobilfunkstandorte betroffen, die sofort oder nach kurzer Zeit ausfielen.Erst nach 24 Stunden konnten mobile
Netzersatzanlagen bei etwa zwei Dritteln eine stark eingeschränkte Grundversorgung mit 800-MHz-Frequenzen herstellen. In Spanien stieg der Anteil unerreichbarer Nutzer binnen 30 Minuten auf über 50 Prozent, und selbst nach Rückkehr des Stroms dauerte es bis zu anderthalb Tage, bis die Netze wieder voll liefen. Die hohen Kosten ergeben sich vor allem aus der Netzstruktur: Rund 73 Prozent des Stromverbrauchs entfallen auf das Funkzugangsnetz.





